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längste Zechenmauer



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...bis Jan. 2012 die längste und älteste Zechenmauer im Ruhrgebiet.




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Der Stein ist marode und die Gitter verrostet.


Dr. Wolfgang Schneider ehem. Leiter des Gladbecker Heimatmuseums schrieb folgenden Artikel:


Die Gestalt der Zweckeler Zechenmauer.


Die ganzheitliche Planung früherer Zeiten wird auch in scheinbar "profanen" Details deutlich. Dies zeigt zum Beispiel eine nähere Untersuchung der Zechenmauer des Industrie-Denkmals Maschinenhalle Zweckel:

Der Autor hat 2002 einmal den Aufbau und die Proportionen dieser Einfassungsmauer näher untersucht, die aus einem Verbund aus unterer Steinmauer und oberem Eisengitter besteht.

Hier zeigt sich ein Wechselspiel von geschlossener Form zur offeneren Form; die Mauer unten öffnet sich zum Gitterteil und in Wiederholung wird das untere Gitter nach oben noch einmal lichter zum oberen Gitterteil hin. Gliederungs- und Stützelemente sind dabei die aufgemauerten Zwischensäulen.

Die steinerne Mauer ist aus zecheneigenen Ziegelsteinen aufgeführt (ca. 80 cm hoch) und schließt mit einer Rundung nach oben ab. Die Oberfläche ist ursprünglich glatt verputzt in hellgrauem Mörtel. Die stützenden Zwischensäulen sind im gleichen Material ausgeführt; unterschiedlich ist aber im Gegensatz zum rechteckigen Querschnitt (ca. 67 cm breit, ca. 55 cm tief) der obere Säulenabschluss. Statt einer glatten Abrundung wie bei der Mauer sind hier die "Kanten" quer zur Laufrichtung der Mauer als abgeschrägte Flächen (45o) ausgebildet, bilden also das geometrische "Zwischenstück" zwischen rechtwinkliger Abdachung und Rundbogen.

Eine vergleichbare Gestaltung findet sich an der Fassade der Maschinenhalle: über dem Haupteingang im Mittelrisalit erscheinen zwei "Augen", deren rundbogige "Augenbrauen" noch einmal von abgeschrägten Klinkerbändern kontrastiert werden.

In frontaler Blickrichtung wird die Gestaltung der Säulen in der Mauer jeweils noch einmal durch einen kleinen, erkerartigen Vorsatz betont, der wieder die rechteckige bzw. quadratische Form aufnimmt. Sehr schön ist dabei das Prinzip der "Öffnung" und Auflockerung durch ein kleines, vertieft gelegtes, quadratisches Element in der rechteckigen "Konsole" zu beobachten.

Man vergleiche hier einmal die Köpfe der Treppenpfosten zur Empore in der Maschinenhalle. Interessant sind auch die Proportionen in der Konstruktion der Mauer insofern, als das Höhenverhältnis von Pfeiler zu (unterer) Mauer ungefähr 2 zu 1 ist; ebenso - als Wiederholung - im Gitter selbst; die Gesamt-Gitterhöhe zu unterer, doppelter Gitterreihe beträgt auch wieder ca. 2 zu 1.

Jugendstil-Elemente, wie sie im Inneren der Maschinenhalle, aber auch an der Fassade noch heute zu erkennen sind, setzen sich also bei der Einfriedung des Zechenareals fort, wenn auch in einfacherer und strengerer Form.

Bei der Zweckeler Zechenmauer sind also zwei Gestaltungsprinzipien deutlich zu erkennen: Einmal vom geschlossenen zum offenen Bereich (siehe oben) und zum anderen das geometrische Wechselspiel von abgerundeter und rechtwinkliger Formgebung. Der Geist der Jugendstil-Architektur setzt sich also auch in der Ausführung der Einfriedung des Zechengeländes bis heute fort und betont damit die Einheit des Ensembles Industriedenkmal Zeche Zweckel.



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Heute verfällt die Mauer zusehens.


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...es muss dringend ausgebessert werden sonst verfällt die Mauer.


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Artikel in der Ausgabe 1/83 "Gladbeck - Unsere Stadt" vom Heimatverein der Stadt Gladbeck.

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Zustand der Zechenmauer bis November 2015 an der Frentroperstraße.


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Viele Jahre brauchte der Efeu um die Mauer zu überwuchern und auf den
Pfeilern eine Kappe zu bilden.


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Feuchtigkeit und Frost konnten nur einige Teile vom Putz absprengen.


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Auch der Rost konnte dem Zaun, in über 60 Jahren, nichts anhaben.


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Durch den über Jahrzehnte gewachsenen Efeu, hatte die Mauer einen besondern Scharm.


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Die Natur drang langsam in die Mauerritzen ein.


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Letzte Herbstimpressionen der Zweckeler Industriekultur.


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Alt wie die Zechenmauer sind die Kastanienbäume an der Frentroperstraße.


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Im November 2015 begann der Abriss der bis dahin längsten, erhaltenen Zechenmauer im Ruhrgebiet.


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Teile der Mauer, die an die Grundstücke der "INEOS Phenolchemie" reichen,
wurden von ihr abgerissen.


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Einige hundert Meter wurden von der historischen Mauer mit schwerem Gerät entfernt
und neue Fundamente gegossen.


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Der Abriss geschah wahrscheinlich mit Zustimmung aus dem Gladbecker Rathaus.


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Daumendicke Moniereisen sorgten über hundert Jahre für Stabilität und Festigkeit.


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Nachdem 1913 die Firma Braukmann aus Kirchhellen die Mauer erstellte,
wurde die Firma Carl Dume aus Gladbeck mit dem Abriss und den Betonarbeiten beauftragt.


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An Stelle der prächtigen Steinmauer steht jetzt ein billiger Drahtzaun.


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Die neue Einfriedung ist wohl nicht für hundert Jahre geplant und errichtet.


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